Zu Besuch bei…Anja Goerz

Welches Getränk darf beim Schreiben nicht fehlen? Wen fand sie in ihrer Kindheit beeindruckend? Welches Buch liegt gerade oben auf ihrem Lesestapel? Die Antwort auf diese und weitere Fragen erfahrt ihr hier: Herzlich willkommen in der Schreibwerkstatt von Anja Goerz!

 

Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?

Es gibt für mich keinen Schreiballtag. Da ich jede zweite Woche bei bremenzwei die Frühsendung moderiere, kann ich kaum komplette Schreibtage planen. Ich schreibe dafür immer, wenn Zeit ist und überall. In der Bahn, am Schreibtisch, in Hotels, im Bett. Manchmal eine, manchmal zehn Seiten. Je nach Inspiration und freier Zeit.

Haben Sie dabei feste Rituale?

Da ich keinen festen Platz habe, an dem ich immer arbeite, und auch keinen regelmäßigen Schreibrhytmus, gibt es auch keine Rituale. Nur Kaffee vor und während des Schreibens muss unbedingt sein. Frisch, stark und gut.

Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand oder Ähnlichem?

Ich habe alles ausprobiert: digitale Schreibprogramme, Hefter mit Blättern in verschiedenen Farben, und am Ende lande ich immer wieder in meinem einfachen Schreibprogramm am Computer. Das habe ich dann auch immer auf Reisen dabei.

Was wollten Sie als Kind werden?

Klingt ausgedacht, stimmt aber: Bibliothekarin. Ich fand die Frau, die das in unserer Gemeindebücherei in Leck gemacht hat, beeindruckend. Die Vorstellung jeden Tag zwischen so vielen Büchern zu verbringen, hat mir sehr gefallen. Mein erstes Schulpraktikum habe ich dann übrigens in einer kleinen Buchhandlung gemacht.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Wahrscheinlich sagt das jede Autorin: Ich habe schon immer geschrieben. Ist aber auch bei mir so. Erst Tagebuch und seitenlange Briefe an Freundinnen, dann Geschichten und Fabeln. An den ersten Roman habe ich mich dann herangetraut, als eine Kollegin sagte: Wenn du eine Idee hast, dann musst du das auch schreiben.

Welcher Autor oder welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?

Darauf gibt es keine nachhaltige Antwort, da ich immer wieder auf neue beeindruckende Bücher stoße. Egal zu welchem Genre ein Buch gehört oder wie es in der Literaturszene bewertet wird, für einen selber hat es doch meist einen eigenen Stellenwert. Manchmal ist es eine Figur, mitunter eine Landschaft oder eine Familienkonstellation, die einen besonders berührt. Ich bin der Ansicht, das alles, was wir lesen uns nachhaltig prägt. Mal mehr, mal weniger, aber alles hinterlässt Spuren im Kopf.

Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?

Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich gern all meinen Gästen im Podcast die_schreibenden. Jeder Gast stellt drei Lieblingsbücher vor. Durch all die Autorinnen und Autoren, die mit mir über das Schreiben gesprochen haben, konnte ich schon sehr viele, mir bisher unbekannte, wunderbare Bücher entdecken.

Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?

Ich müsste eine Liste machen. Weil ich wirklich viel lese, beruflich und privat, kann ich nicht ein einziges Buch aussuchen. Um eines herauszugreifen: Susanne Matthiessen hat ein wunderbares Buch über ihr Leben als Kind auf Sylt geschrieben.  Es heißt Ozelot und Friesennerz und ist eine tolle Mischung aus Sylt-Historie und turbulenter Familiengeschichte. Nach dem Buch ist  ja immer auch vor dem Buch – ich freue mich unter anderem schon sehr auf die neuen Romane von Alena Schröder und Till Raether, die im Herbst erscheinen.

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?

Was ich unbedingt lesen will, das lese ich auch. Natürlich gibt es auch bei mir einen kleinen Stapel bereits gekaufter, noch ungelesener, Werke.  Aber nach und nach kommen die alle an die Reihe.

Was lesen Sie zurzeit?

Ich habe gerade mit Marta schläft von Romy Hausmann begonnen und kann es kaum abwarten, diesen Fragebogen fertig zu bekommen, damit es weitergehen kann.

Wo lesen Sie am liebsten?

Im Bett und da, wo man aufs Wasser gucken kann.

Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?

Für alles, was gerade wichtiger erscheint. Das schöne an Büchern ist ja: Man kann jederzeit unterbrechen und später fortsetzen.

 

Mehr zu Anja Goerz und ihrem Kriminalroman ›Jakobs Schweigen‹.

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